Innsbruck Alpine 42k – 18 Monate ohne Wettkampf sind vorüber

Vor einem halben Jahr hat meine Lauffreundin Julia sich für den Innsbruck Alpine 42k Bergmarathon angemeldet und ich bin direkt auf den Zug aufgesprungen. „Komm schon 1300 Höhenmeter auf 42k ist gar nicht so viel, das kann man schon mal machen“ hab ich mir so gedacht. Die letzten 18 Monate war ich zwar sportlich, aber ich habe eher nach Wohlfühlen trainiert, und mein Anzahl an gelaufenen Höhenkilometern lässt sich wohl an einer Hand abzählen. Auch Schokolade und Konsorten haben in den letzten Monaten deutliche spuren hinterlassen und mein Gewicht hält sich gerade mal bei etwas unter 100kg. Im Nachhinein eigentlich alles keine guten Voraussetzungen für ein Rennen im Berg. Aber wer wenn nicht ich würde das alles verdrängen um sich voll auf den Wettkampf freuen!? Schon im Februar hab ich ein schönes Hotel für meine Verlobte und mich gebucht und mit einem freien Freitag startet dann das Rennwochenende mit dem Weg nach Innsbruck. Organisatorisch läuft alles nach Plan, die Sonne strahlt mit meiner Support-Wifey um die Wette. Wenn da nicht noch eine Kleinigkeit wäre! Seit 3 Tagen mag meine Verdauung sich nicht beruhigen und ich habe auch am Rennwochenende immer noch Durchfall. Am Freitag muss ich den Tapering-Lauf sogar schon nach 15 Minuten abbrechen um schnellstmöglich auf die Box zu kommen. Am Raceday dann dasselbe Bild. Eigentlich sollte man als normal denkender Mitteleuropäer jetzt sagen: „hey die Sonne scheint, lass uns relaxt an die Strecke stellen, den Teilnehmern zuwinken und die Startnummer zu Hause lassen.“ Aber ein Sportler, genauer gesagt ich, kann das nicht. Letzter Ausweg: Immodium akut! Macht den Darm dicht aber eben auch den Stoffwechsel unbrauchbar. Soviel zu den Voraussetzungen.

Am Morgen des Rennens, das um 12.30 Uhr den Startschuss hören sollte kümmert sich mein Support Wifey so cool um mich. Behutsam und  unaufdringlich hilft sie mir beim Packen der Pflichtausrüstung, beim Tapen und was sonst noch so anfällt. Zu dem Zeitpunkt macht sie sich mehr Stress, damit ja alles klappt als ich.

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Dann geht es schon los. Der Start ist nicht direkt in Innsbruck sondern am Natterer See. Wifey bringt mich dahin und wartet mit mir auf den Start. Ich hoffe bloß, dass mein Magen hält und ich finishen kann.

Start

Und los geht es. Pünktlich um 12.30 Uhr laufen wir los, und weil ich mich viel zu weit vorne in den Startblock gestellt habe lasse ich mich von der Pace der anderen Läufer mitreißen und laufe zu schnell los. Nach 5km fange ich mich selbst und komme in meiner Zone an. Die Landschaft rund um Innsbruck ist grandios und auch der Magen scheint zu halten. Bei der ersten Station, an der ich mein Support-Wifey sehe liege ich super in der Zeit. Alles läuft reibungslos und bei Bergfest Kilometer 21 liege ich mit 2h17min weit unter der Zeit, die ich für ein Sub 5h Finish benötigen würde. Die Rechnung habe ich aber leider ohne die Wirkung vom Immodium gemacht. Ab KM 25 geht es mir wie 2014 beim Marathon auf Mallorca. Alles was ich an Essen und Trinken zu mir nehme will wieder raus. Das spüre ich am ganzen Körper, jeder Schritt tut mir weh und ich denke andauernd ans Aufhören. Die Kilometer werden immer zäher und die letzten knackigen Anstiege sollten erst noch kommen. Schon vorher wusste ich, dass das Profil ab Kilometer 30 für 5 Kilometer nochmal richtig hart werden sollte. Bergauf ging es über eine Waldautobahn aber bergab dann im Zick Zack über Steine und Wurzeln. In den letzten 2,5h habe ich körperlich echt gelitten und mein Kopf hat sich schon ausgemalt wie ich alle weiteren Wettkämpfe dieses Jahr absage. Wäre meine Bina nicht an 5 Punkten gestanden um auf mich zu warten, mich zu pflegen und mich anzulügen: „gut schaust Du noch aus Spatzerl, das geht schon noch“ wäre ich sicher nicht im Ziel angekommen.

Nach ewigen 5h24min dann endlich das ersehnte Ziel. Vollkommen am Ende und mit letzter Kraft laufe ich in Innsbruck durchs Ziel. Danke lieber Gott, dass es vorbei ist. Viel Gutes kann ich dem Rennen zu diesem Zeitpunkt nicht abgewinnen. Ich habe durchgehalten und wieder viel über mich und meinen Körper gelernt. Das Erdinger Alkoholfrei schmeckt dafür umso besser.

Mit ein paar Tagen Abstand und mit Blick auf die Ergebnisliste weiß ich, dass das Terrain wohl vielen Läufern so einiges abverlangt hat. Ich bin trotz meiner Scheiss Zeit 111. von 467 Läuferinnen und Läufern geworden. Das vordere Viertel bei so einem Event zu erreichen ist für mich ein tolles Ergebnis und angesichts der Umstände auch echt überraschend.

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Jetzt ist es wieder mal an der Zeit DANKE zu sagen. Danke liebste Bina für ein tolles Wochenende. Danke liebe Organisatoren für ein tolles Rennwochenende. Danke an alle Helferlein und Bergeretter – OHNE EUCH GEHT ES NICHT. Danke an den Petrus, der an dem Wochenende ein Tiroler war.

Ich komme nächstes Jahr wieder!

 

 

Welcome to Miami – Ironman 70.3

Ich habe nach dem überwältigenden Wettkampf in St. Pölten früh in der Saison nach einem 2. Ironman 70.3 Ausschau gehalten, und was gibt es denn besseres als den Saisonabschluss mit einem Urlaub zu verbinden. Miami sollte es sein. Ende Oktober passt Miami da natürlich ganz gut, das Wetter ist toll, die Gegend sehenswert und der Wettkampf dort laut Veranstalter echt eine Reise wert. 8 Tage hatte ich um mich beim Tapering an das Wetter, das Meer und den Wind zu gewöhnen. Ich nehm es gleich mal vorweg – ich hab mich nicht daran gewöhnt. Den Urlaub überspringe ich einfach und komme direkt zum Wettkampf.

Am Sonntag um 8.35 Uhr startet meine Schwimmwelle direkt im Meer vor dem Bayfrontpark und es sollte das erste mal im Meer und NEo für mich sein. Crazy nach 40 min schaue ich auf die Uhr und da waren sicher noch 600m vor mir. Auch wenn das Meer mich trägt geht mit Kraulen mal wieder so gar nix, die Strömung macht mir als schlechtem Schwimmer voll zu schaffen. Nach über 1h steige ich erst aus dem Wasser und im Kopf ist damit das Rennen schon vorbei. Ab aufs Rad und raus aus Miami schlägt mir der Wind ins GEsicht und auch mein Bike macht wieder Zicken. Ich bekomme meine Gedanken so gar nicht sortiert und ich leide unter dem Winde und dem Wissen um die schlechte Schwimmzeit. Im 2 Minuten Takt kommt die Klemme für meine Sattelstütze aus dem Rahmen und auch mit meinem Lenker stimmt was nicht. Endlich kommt die langersehnte Wend bei KM 45 und ab jetzt hilft der Wind mir. Zumindest bis er wieder dreht … Weder beim Schwimmen noch beim Radfahren geht an dem Tag auch nur ein Bisserl was. Auf der Laufstrecke habe ich mir für diesen Tag ein 1:45h vorgenommen und so lauf ich auch los. Die Rechnung habe ich aber ohne die Sonne gemacht, die an diesem Tag die 33 Grad auf den Asphalt zaubert. Ich entscheide mich für das gesunde Durchkommen und ich laufe einfach in der Komfortzone und dantel den Lauf heim.

Im Ziel und dann wieder im Hotel überwältigen mich dann aber die Gefühle, ich kann es kaum fassen was für eine Scheiß Rennen ich da abgeliefert habe. Null Fighterherz, null Power dichte ich mir selbst an. Aber das Ganze wird dann relativiert als die Ergebnisse online sind. Bei meinen bisherigen Halbdistanzen habe ich es noch nicht mal in die vordere Hälfte der Finisher geschafft. In Miami dann aber unter das erste Drittel. Jetzt heißt es Offseason.

Alles in allem ist auch das eine Erfahrung die ich machen muss und auch die kann mir keiner nehmen. Danke Miami Du kleine Bitch.

Danke an alle Volunteers für den Super Job auf und um die Strecke

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Arberland Ultra Trail 2016

Yeah Yeahh Yeahhh seit gestern bin ich ein Ultraläufer. Aber der Reihe nach. Im Dezember 2015 habe ich mich für den Arberland Ultra Trail mit 60km und 2500hm angemeldet. Und was soll ich sagen!? Es spricht Bände, dass ich das erste mal bei einer Anmeldung die Rücktritts-Versicherung mit gebucht habe. Ich hatte den Lauf immer im Hinterkopf aber erst Ende Juli ist mir so richtig klar geworden,dass ein paar Höhenmeter im Training nicht schaden würden

VORBEREITUNG

Die Zeit wird knapp und die Wochenenden sind großteils schon verplant. Jetzt heißt es einfach so gut es geht Bergläufe ins Training einzubauen. Nach dem ITU in Hamburg geht es das erste mal hoch. Aus 600hm daheim hoch aufs Kalteck werden 14 Tage später 1100hm am Wallberg, und den Tag drauf geht es direkt nochmal hoch zur Rotwand. Alles easy auf Wanderwegen und Waldautobahnen. Im August will ich es dann mal wissen und ich laufe 2 mal den Wallberg rauf und runter, um mal zu spüren was die Höhenmeter bedeuten. Und das läuft echt gut.  Bis Mitte September schaffe ich es aber nicht mehr auf den Berg, und so steht schon die Generalprobe an. Ich hab mir mit google 35km als Strecke mit 1500hm zusammengestellt. Das haut aber so gar nicht hin, Wege sind zugewachsen und ich verlaufe mich immer wieder. Das kann ja nur besser werden.  Voll fit aber ohne wirkliche Erfahrung mit Wanderwegen und steinigen Auf/Abstiegen (ich rede nicht von Geröll sondern von Monster-Steinen) komme ich am Abend zuvor schon in Bodenmais an. Mein Hotel ist keine 50m vom Start entfernt und nach Freitags-Carboloading packe ich schön meinen Rucksack mit all den vorgegebenen Sachen. Immer wenn ich was Neues an Event vor mir hab kann ich null schlafen, und so sollte es auch in der Nacht sein. Um 5 Uhr wird das Tape angelegt und dann geht es auch schon runter zur Startaufstellung. Mein Rucksack wird kontrolliert und ich sauge die Atmosphäre auf. Dieses mal schockieren mich die Shirts von den Transalpines und 4Trails nicht. Beim RHEX war das noch anders bis ich die Shirts oft weggedrückt habe.

RENNEN

Obwohl ich lange auf diesen Punkt hingefiebert habe bin ich kaum nervös. Puls noch zweistellig gilt es jetzt einfach zu laufen. Markus Rühle würde dazu sagen. „Dann leg Dich halt hin Du Arschloch und drück die Scheiß Stange hoch“ Auch wen das hier nicht Bankdrücken ist passt die Aussage. Man muss es einfach machen. Mit dem Wissen, dass ich 35km mit 1200hm in 4h schon gelaufen bin habe ich mir in der Reihenfolge Folgendes vorgenommen:

1.) Gesund ankommen

2.) Unter 8h ankommen

Und schon geht es los. In der Mitte vom Feld laufe ich aus Bodenmais los und ich werde von einer Mitläuferin zugetextet. Das ist ganz gut, so kommt gar nicht erst die Nervosität hoch. Wie immer am Morgen spielt mein Puls verrückt und ich höre einfach auf die guten alten Knochen. Keine 2km sind durch und es geht auf den Silberberg hoch. Gerade als die Sonne rauskommt erreiche ich eine Aussichtsplattform – ein unglaublicher Blick bietet sich mir. Keine 200m weiter spielt eine Blaskapelle auf. Der Woid ist einfach der Wahnsinn. Ab jetzt geht es easy bergauf bergab und bei Kilometer 20 wartet das erste mal meine Support-Crew. Ich bekomme frisches Iso und Gels. Ich hab mir vorgenommen nur Erprobtes zu mir zu nehmen um das Risiko einer Magenverstimmung einzudämmen. Über Böbrach geht es wieder zurück nach Bodenmais. Ab dann geht es nur bergauf und das gefühlt forever. 2h sollte es dauern bis ich den Großen Arber erklimme. Auf der Höhe von Drachselsried wartet wieder die Crew und ich muss aus meinem Schuh raus. Der getapete Zeh droht zu „explodieren“. Ich trinke, nehme ein Gel und erzähle, dass es mir gut geht. Da jetzt keine Stelle mehr kommt, an der mich die Crew abfangen kann (nicht per Auto erreichbar) vereinbaren wir uns am Arbersee. Der Aufstieg auf den Kleinen und Großen Arber ist crazy, dennoch bin ich guter Dinge was mein Zeitziel angeht. Bei 3h57min überquere ich die 30km Marke – Bergfest im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe das Terrain voll unterschätzt. Das hat nix mehr mit Trailrunning zu tun. Das ist echtes „Bergsteigen“. Oben am Arber angekommen habe ich dann doch Zeit für ein Gipfel-Selfie. Und dann geht es bergab. „Anspruchsvoll“ haben die Veranstalter es genannt. Ja bist Du deppert!? Da geht es Kilometer weit in krasser Art bergab. Da brauchst Du fast einen Bergführer. Ich erinnere an das Ziel Nummer 1. Und um da gesund zu bleiben riskiere ich mal so gar nix und ich verdantel beim Abstieg massiv viel Zeit. So hab ich mir das nicht vorgestellt. Und das sollte nicht das letzte Mal sein, dass so ein Abstieg kommt. Runter vom Arber geht es an den Arbersee. Und was ist das? Keine Support Crew 🙁 Angeleitet von Ordnern haben die sich ins Boxhorn jagen lassen und sind schon in den Zielbereich zurück. Ich nehme am Verpflegungsstand Iso und Gel auf. Würde mein Magen das mitmachen!? Mal schauen. Pissed, dass die nicht da sind und dem Wissen um die Gefahr von Magenproblemen geht es weiter, und jetzt sind es noch 20km. Das wird hart. Und jetzt kommt  die Zeit, in der der Kopf eine Rolle beim Hochdrücken der Stange spielt. Alles tut weh. Die Pumpe ist voll da aber die Beine wollen eigentlich nicht mehr. Dennoch zwinge ich mich die Anstiege flott zu nehmen und immer wieder bergab in den Lauf-Mode zu schalten. Krass wie hart es sein kann 6min/km zu laufen. Ich drücke die Kilometer weg, Einzig der letzte Anstieg hoch zu den Rißlochwasserfällen kauft mir die Schneid ab. Wenig Wasser und kein Gel mehr im Gepäck werde ich echt langsamer und ich muss mit meinen Kräften haushalten. Zum Glück hält der Magen! Der Anstieg ist ultimative Probe für den Kopf. 3h später sollte mein Vater mich fragen ob ich je ans Aufgeben gedacht habe. Nein hab ich nicht. Eher daran wie ich noch schneller heimkomme. Crazy shit wenn Dir eh alles weh tut. Zum Bayern Spiel wollte ich auf alle Fälle im Ziel sein. Immer wieder kann ich das Gefühl des Zieleinlaufs hochholen und das hilft mir mich immer wieder zu pushen. Und jetzt geht es nur noch bergab. Nach den Wasserfällen geht es auf Waldwegen immer easy runter. Da kann ich nochmal den Swag aufdrehen und bestimmt 10 Läufer einkassieren. Und als ich aus dem Wald raus am Rand von Bodenmais ankomme wird mir klar: Ultra ist auch nur ein Wort 🙂 Aber ein GEILES wenn man sich selbst so nennen darf. Ich kämpfe mit den Gefühlen die da hochkommen, all das Training, all die Vorbereitung, Physio, Laufschule, Orga usw. Alles für den einen Punkt. Zieleinlauf in Bodenmais. Und dann ist es soweit. 8:21h später und mit mächtig Stolz und Eiern im Gepäck laufe ich in Bodenmais ein. Die 8h konnte ich wegen des Terrains nicht halten und das erste Mal bin ich trotz des gerissenen Ziels zu 100% HAPPY UND STOLZ: Ich sag es gern wieder: Das kann mir keiner nehmen.

DANKE

Danke an all die Organisatoren und Sponsoren für das geile Event. Danke an Petrus Du bist hoid doch a Bayer! Danke an all die Helfer an der Strecke, hell of a job! Danke an Inga Klingels für die Stunden an meinem Oberschenkel und die Anleitung zum Tapen. Danke an Anja Lamberty für die Laufschule. Und Last but not least but most important DAAAAANNNNKEEE an meinen Dad und meine Schwester für den Support an der Strecke. Ohne Euch geht es nicht, ein Athlet ist nur so gut wie sein Umfeld.

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ITU World Triathlon Hamburg meine Perle

Kurz und schmerzloser Rennbericht. Leider hat das Experiment mit der Lemberger Diät so überhaupt nicht geklappt. Im Wasser keine Luft bekommen (-3min zum letzten Jahr) auf dem Bike 2 mal geko… und beim Laufen nur genauso schnell wie im Jahr davor. Dennoch ein geiles Wochenende mit den Jungs Dani, Fackler und Valentin

nninfo

Split Zeit Platz
Swim 00:37:59 1827
Trans 1 00:05:29 686
Bike 01:11:32 895
Trans 2 00:03:12 316
Run 00:47:50 780

Gesamt

Platz (M/W) 986
Platz (AK) 144
Platz (Gesamt) 1073
Zielzeit (Brutto) 02:45:59

Rund um Köln – 127km auf dem Rennrad

Am 12.06.2016 war es dann mal so weit, mein erstes Rennrad-„Rennen“ sollte anstehen. Ich wollte nicht wie im Jahr davor eine Easy-Sonntagsausfahrt draus machen und statt der 60km diesesmal die 127km mit Zeitvorgabe bewältigen. Von Köln aus ins bergische Land standen dazu noch knapp 1200 Höhenmeter vor mir. Und weil das ja nur ein Spaß-Wettkampf für mich sein sollte habe ich auch unter der Woche ganz normal trainiert. Nur das Carboloading habe ich brav mit Nudeln, Schoki und Briochezopf durchgezogen. Futtern mit Ausrede – voll mein Ding. Ich war eigentlich ganz auf mich alleine gestellt weil keiner meiner Radlkollegen in Köln an dem Wochenende „Zeit“ hatte. Da ich als wirklich Letzter auf die Strecke ging hab ich es auch gleich mal auf den Titel von Rund um Köln auf deren Webseite und die Best-Of-Photos geschafft. Raus aus Köln – und das schon ganz schön flott – hatte ich null Strategie oder Taktik im Kopf. Einziges Ziel: Nicht vom Kehrfahrzeug erwischt werden. Bei 30km/h Schnitt als Vorgabe war das für mich ohne ein Team für Windschatten usw. gar nicht so einfach, zumal das bergische Land und der Wind da auch ein Wörtchen mitzureden hatten. Immer wieder hab ich versucht mich an Gruppen zu hängen, was so weit hinter dem ambitionierten Feld echt schwierig war, die meisten Gruppen waren mir zu langsam und gerade am Berg bin ich den Gruppen dann meist davon gefahren und musste mich neu einsortieren. Ich denke, dass ich zweidrittel der Strecke ohne Windschatten unterwegs war und wenn ich mich irgendwo drangehängt habe, hat mir der Speed nicht gefallen. Das Rennen selbst war sehr abwechslungsreich und 2 mal den Schloßberg von Bensberg hochzuradlen hat schon was. Alles in allem ein eher unspektakulärer Sonntag und eine schöne Ausfahrt. Ich bin nächstes Jahr wieder dabei aber ich werde mein Ziel von Ankommen auf 3:45h hochschrauben, dann da geht einiges.
Danke an alle Streckenposten, Polizisten und Helfer.

IRONMAN 70.3 und IRONKIDS St. Pölten 2016

Ironman 70.3 St. Pölten

Einmal mehr und zum dritten Mal steht die Halbdistanz mit 1,9km Schwimmen, 90km Radfahren und 21km auf dem Plan. Dieses Jahr schon Ende Mai und die Location sollte St. Pölten sein. Am Freitag in MUC gelandet geht es nicht direkt nach Österreich, der Umweg führt mich über Deggendorf und da packe ich meine One-Man-Support-Crew – meinen Dad – und den anderen Athleten – meinen Sohn ins Auto. Der Weg nach St. Pölten ist in 3h erledigt und schon am nächsten Morgen heißt es zum ersten Mal an diesem Wochenende: Startunterlagen holen und Bike einchecken. Aber noch nicht für mich. Der Junior startet in der AK 2006-2008 beim Ironkids Event. Da der See zu kalt ist hat er leider keine Möglichkeit seine Skills im Wasser zu zeigen und es heißt Run-Bike-Run, 400m-1700m-800m. Lenny hat null trainiert und lässt den Wettkampf easy auf sich zukommen. Ich sage ihm immer wieder, dass er Spaß haben und die Atmosphäre genießen soll. Ich bringe ihm noch die Abläufe in der Wechselzone bei und dann kann ich gar nicht so schnell schauen wie er in der Startaufstellung steht. Ein irres Gefühl, mein „Kleiner“ ist ein Ironkid. Grinsend zählt er die Sekunden runter und wie von Papa angewiesen verhaut er nicht sofort im Sprint seine Körner. Zurück in der Transition Area nach den 400m Laufen macht er seine Sache echt gut und wechselt wie ein alter Hase auf sein Mountainbike. Gefühlt braucht er ewig für die kurze Strecke aber er kommt wohlauf um die letzte Kurve, bremst brav vor der Linie zur Wechselzone und zum Glück ist der Papa da sonst wäre er mit Helm auf die abschließenden 800m Laufstrecke gelaufen. Jetzt darf er die Sau rauslassen und ich als Vollblutsportler feuere ihn nun an: „Auf geht’s Lenny gib Gas, jetzt kannst Du es laufen lassen GO GO GO!“. Und bämm geht er ab wie Schnitzel raus auf die letzte Runde. Er verbläst den einen oder anderen aus den Tri-Vereinen und ich stehe mit stolzgeschwellter Brust im Ziel. Großartig hat er das gemacht und ich bin wohl happier als er. Lenny kann kaum einschätzen was er da geleistet hat aber ohne Training und ohne Routine hat er das Weltklasse gemacht! Er wird 22. von 45 Startern und da ist viel Luft nach Oben. Ironkids Event is in the books! Gänsehaut pur für den Papa und  Medaille für den Junior! Erste Frage nach dem Rennen: „Wann darf ich wieder mitmachen“?

Jetzt heißt es den Focus auf mein Rennen zu legen und das schöne ist, dass ich den Tag vor dem Rennen immer mit Carboloading so viel Brioche Zopf essen darf wie ich mag. Ich checke mein Bike ein und an dieser Stelle gilt es in Schwärmen zu geraten was die Location in St. Pölten angeht. Das Sportzentrum Niederösterreich bietet alles was so ein Event braucht. Tausende Parkplätze, gute Zufahrtsmöglichkeiten trotz der Straßensperrungen, ein weitläufiges Areal das Platz für Messe, Transition Area usw. bietet.

In der Nacht schlafe ich gut und um kurz vor 5 Uhr geht der Wecker. Noch kurz Brioche in mich rein und dann geht es schon runter zur Transition Area. Bike gecheckt und rein in den Neo. Mein Dad und Lenny fahren nochmal zurück ins Hotel und kommen erst pünktlich zum Zieleinlauf zur Event Area zurück. Unter 6h wollte ich finishen! Schwimmen mit Landgang und 1200hm beim Radfahren vor mir wollte ich nicht unterschätzen, und erste Recht wollte ich mir keinen Druck machen. Beim Schwimmen mit Rolling Start muss ich den einzigen negativen Punkt festhalten. Für schlechte Schwimmer wie mich, die sich bei 40-45min. Schwimmzeit einordnen dauert es 40min. bis wir ins Wasser kommen. Verdammt, das hat genervt. Aber dann ab ins Wasser und Dank meiner neuen Schwimmtrainerin kann ich dieses Mal anders als in Zell oder am Walchsee viel mehr Kraulen als Brustschwimmen. Der See ist mit 14 Grad fucking kalt und man muss zwischen 2 Seen einmal ein paar hundert Meter laufen. Das tut mir gar nicht gut. Aus dem ersten See schaffe ich es nur mit Hilfe der Support Crew, weil mir von der Kälte fast schwindelig ist. Aber im zweiten See geht das dann schon. Auch meine eh schlechte Atmung leidet unter dem kalten Wasser und ich muss immer wieder auf Brustschwimmen umstellen. Mein Schwimm-Split ist wie immer scheiße aber ich komme diesmal entspannter in der Wechselzone an und meine Beine sind gar nicht mehr so schwer wie bei den bisherigen Events. Mein Dank geht hier und direkt an Babette meine Schwimme-Fee. Jetzt geht es aufs Bike, wie immer verdantel ich in der Wechselzone die Minuten aber egal, die malerische Wachau und 1200hm kommen jetzt. Mal schauen wie sehr ich das genießen kann. Keine 2km sind hinter uns dann kommt das Terrain, für das mein Super TT gemacht ist: Die Autobahn. Die crazy Ösis haben mal schnell 18km Autobahn gesperrt. Mit Kopf runter und meinem Wettkampfpuls drücke ich das Airstreeem mit knappen 40 km/h über die Strecke – ballern auf der Autobahn mal anders. Die Berge machen mir ganz schön zu schaffen und weil es genauso steil bergab geht wie es zuvor bergauf ging kann ich die an den Anstiegen verlorene Zeit nicht wieder reinfahren, weil ich auf dem Bike ab 60km/h echt die Hosen voll habe. Dennoch komme ich mit 2:58h Bikesplit wieder in der Wechselzone an. Meine Beine wollen gerade so gar nicht laufen und so krieche ich fast zum Bike-Stellplatz. Auf der Laufstrecke angekommen knallt nun die Mittagssonne auf meinen Pelz und ich habe das Gefühl ich bin mit dem Speed eines GA1 Sonntag-Morgen-Läufchens unterwegs. Die erste Kilometerzeit verrät mir aber, dass ich mit 5:15min auf den Kilometer echt gut gestartet bin. Das Tempo kann ich so nicht ganz halten aber der Lauf ist echt die Kür. Die Strecke ist echt schön und 2 Mal in den Zielbereich zu laufen und dort die Stimmung aufzusaugen ist etwas ganz besonderes. Beim Zieleinlauf habe ich weder Augen für die Kamera noch für die Zeit, ich suche auf der Tribüne meinen Junior und meinen Vater, meine erhobener Arm geht in ihre Richtung. Finishen ist so eine große Sache, wenn auch so unbedeutend 🙂 Aber im Ziel auf die Liebsten zu treffen ist für mich eine der emotionalsten Sachen, die ich erleben kann.  Und ich sage es gerne wieder: Das kann mir keiner nehmen!

Danke, danke und nochmal Danke an alle Helfer, Organisatoren, Petrus fürs Wetter und vor allem meinem Vater, der das ganze Wochenende nur in den Dienst von Lenny und mir gestellt hat. Eine bessere Betreuung kann ein Sportler sich kaum wünschen.

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Marathon Salzburg – easy Start in die Saison

Laaaaaanage ist es her, dass ich irgendwo am Start stand. Der Trainingsplan war zwar noch  ohne Intervalle aber ein 42km Trainingslauf als Wasserträger kann dann doch mal sein.  Long story short, geregnet hat es aber schön wars. Und mit einem 10kmh Schnitt kann man auch mal entspannt im Ziel ankommen 🙂 Das mit dem Wasserträger sollte sich als richtig lustig herausstellen. Ich war wegen meiner Laufgefährtin Julia in Salzburg dabei und da ich sie auf der Strecke verpflegt habe, musste sie eine 3min Zeitstrafe hinnehmen 🙂

CHALLENGE WALCHSEE-KAISERWINKL 2015

Einen Tag vor meinem 39. Geburtstag sollte es dann soweit sein, meine 2. Halbdistanz stand an. Diesmal hab ich den Freitag lieber noch in München im Wirtshaus und auf der Couch verbracht. Die Anreise am Samstag ist easy gelaufen, Startnummer abholen und Bike einchecken passiert reibungslos. Am Nachmittag ein bisserl Tapering und das wars. Soweit alles unspektakulär. Am Samstag Abend hole ich noch meine OneManSupportCrew und Geheimwaffe aka Amelie vom Bahnhof Kufstein ab, spektakulär! Mit dem Wissen, dass ich mich nicht wirklich gezielt vorbereitet habe sondern dieses Jahr eher dem Freestyle-Training gehört hat bin ich weg von jeder Zielzeit saumäßig entspannt! So verbringe ich auch die Nacht ohne nervöse Toiletten-Gänge und ich schlafe wie ein Baby. Mein Support-Muckel bringt mich dann direkt nach dem Früstück zum Schwimmstart und hilft mir in den Neo. Und da kam auch der Punkt an dem ich sowas von NULL Bock auf den Scheiß hatte. „Wieso mach ich das überhaupt? 6h schinden, ich hab doch schon vor 1 Jahr bewiesen, dass ich es kann! Scheiß schwimmen“ Wenn Amelie nicht neben mir gestanden wäre um mir gut zuzureden wäre ich wohl nicht ins Wasser gestiegen.

Racebericht:

Schwimmen lief wie immer SCHEISSE aber was solls!? Ich kraule immer mehr aber schneller bin ich dadurch nicht. Obwohl ich mich nicht voll auspowere bin ich genauso schnell/langsam wie das Jahr davor in Zell. Wechseln fällt bei der Challenge echt leicht, die Wechselzone ist klein und die Wege kurz. Was noch cooler ist, die Helfer kümmern sich um meinen Beutel, schütten Ihn für mich aus helfen mir aus dem Neo und verstauen den für mich. Und schon geht es ab aufs Rad. Mal schauen ob das Aistreeem diesesmal hält was es verspricht. Ich komme gut  in Tritt, halte mich aber zurück damit es mir nicht geht wie dieses Jahr am Tegernse – am Rad ausgepowert kam ich da auf der Laufstrecke null in den Rythmus. Auf der Geraden cruise ich dahin, bergauf komme ich gut zurecht und bergab traue ich mich das erste Mal in einem Rennen Gas zu geben. 65km/h auf dem Tacho sind aber immer noch eine krasse Überwindung für mich. Nach 2:55h steige ich trotz der 300 HM mehr als in Zell (ingsesamt 1200) 20 min schneller von  meinem Rad. Ich laufe aus der Wechslezone und als ich die Uhr auf Laufen umschalte sehe ich, dass ich die Gesamtzeit gerade mal 3:45h zeigt. Mein geheimer Plan unter 6h anzukommen (also doch eine Zielzeit) scheint aufzugehen, und jetzt will ich mehr. 5:45h kann ich knacken wenn ich den HM unter 2h laufe. Trotz der fehlenden Koppeltrainings komme ich beim Laufen sofort in den Rythmus und ich laufe 5:10min auf den Kilometer. Dann kommt aber die Hitze ins Spiel. Bei 30 Grad und nun knallender Sonne kann ich die Geschwindigkeit nicht mit meinem Zielpuls halten. Bei KM 7 muss ich mich zu allem Übel auch noch übergeben. Dennoch kann ich die Kilometer locker runterspulen. Das liegt wohl daran, dass meine Amelie bei jeder Runde für ein High Five und mich anfeuernd an der Strecke steht. Gefühlt vergeht die Zeit auf der Laufstrecke wie im Flug und nach 5:44:43 laufe ich über die Ziellinie. Und jetzt weiß ich auch wieder warum ich das mache: weil ich es kann!

Jetzt ist es wieder Zeit Danke zu sagen. Danke an die Super Orga – good job Challenge! Danke an alle Streckenposten, Polizisten, Soldaten, Menschen an den Versorgungsstationen! Ohne Euch würde es echt nicht gehen. Vielen Dank an die Helferlein im Wechselzelt – ich hab mir sicher 3min gespart durch Euch. Mein größter Dank geht aber an Amelie, meine gute Fee, Fahrer, Supporter, Cheerleader, Motivator. Ohne Dich wär ich nicht gestartet, ohne Dich hätte es mir nicht so Spaß gemacht und ohne Dich hätte ich auf den Laufrunden kein Ziel gehabt.

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